Hochzeit auf Italienisch

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Ja, was soll denn bei einer Hochzeit in Italien schon groß anders sein? Die haben’s halt beim Heiraten ein bisschen wärmer und können leichter am Meer feiern, wenn sie wollen. Aber Hochzeit bleibt einfach mal Hochzeit: zwei Menschen gehen den Bund fürs Leben ein und ob die „Ja“ oder „Si“ sagen ist auch egal – das Ergebnis ist das Gleiche.
Auf den ersten Blick unterscheidet sich so eine italienische Hochzeit auch kaum von einer Deutschen. Gut, die Italiener fallen sich zur Begrüßung in die Arme, während man sich in Deutschland eher die Hand gibt; der italienische Bräutigam wartet in der Kirche, bis seine Braut am Arm ihres Vaters zum Altar schreitet, während hierzulande das Paar gemeinsam einzieht; und die Hochzeitsgesellschaft lässt das Brautpaar in Italien immer wieder lauthals hochleben, während die Deutschen den Brautleuten lieber einzeln gratulieren. Aber letztendlich kommt auch in Italien zuerst die standesamtliche Trauung, dann die kirchliche Zeremonie und dann die weltliche Feier – mit viel Essen.
Das gehört in Italien so richtig zu einer Hochzeit dazu. Was in Deutschland das Buffet für die ganze Veranstaltung wäre, das ist in Italien nur der Antipasti-Tisch. Unter fünf Gängen geht hier sowieso nichts, aber je mehr desto besser, auch neun Gänge sind keine Seltenheit. Das macht dann wenigstens so richtig was her. Auch das Tortenanschneiden darf nicht fehlen, allerdings gleich nach dem Essen, denn Kaffee und Kuchen gibt’s hier nicht. Da wird zu dem süßen Gebäck Sekt getrunken.
Ansonsten … Die Braut trägt genauso weiß wie in Deutschland. Den Ring stecken sich die Brautleute dagegen links an, das ist nämlich die Herzseite. Und die Frau behält ihren Namen, da heißt es nicht ‚geborene Soundso’, sondern ‚verheiratet mit Demunddem’.
Und doch ist es irgendwie strenger in Italien. Es wirkt noch eher so, als würden italienische Eltern ihre Tochter an den Mann abgeben, als wäre die Heirat ein richtiger Schnitt im Leben. Und auch wenn Brautpaare heute Geschenktische und –listen haben, wird die Aussteuer oft noch von den Eltern besorgt: Die Tochter bekommt die Bettwäsche und Tischdecken mit, der Sohn die Pfannen und Töpfe.
Na ja, und Bräuche in dem Sinn, … Der Brauttanz darf auch in Italien nicht fehlen und auch der Brautstrauß wird geworfen – allerdings fliegt vor dem Strauß oft erst mal eine Serviette oder ein Glas Wasser, sozusagen als Bluff. Aber so eine richtige typisch italienische Tradition gibt’s eigentlich nicht. Hin und wieder wird ein kleines Spiel in die Feier eingeflochten, aber nur ab und zu, damit die Gemütlichkeit, die Unterhaltung und das Essen nicht gestört werden. Im Gegensatz dazu besteht in Deutschland so manche Hochzeitsfeier ja fast nur aus Spielen, was hin und wieder direkt in Zeitnot ausarten kann.
Also im Großen und Ganzen kann man sagen: Eine Hochzeit in Italien ist wie eine Heirat in Deutschland – nur eben auf Italienisch.





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